Montag, 2. September 2013

Kurzkritik Ostafrika

Nach acht Wochen haben wir Afrika verlassen, die letzten gut 5 davon haben wir in Kenia und Tanzania verbracht. Nun sitzen wir zusammen und versuchen, ähnlich zu dem Artikel von Marokko, unsere Erlebnisse irgendwie zusammenzufassen. Unweigerlich vergleichen wir die Zeit natürlich auch mit Erinnerungen an die Wochen zuvor. Schon bei der Ankunft in Kenia fällt uns ein wesentlicher Punkt, den wir zuvor kritisiert haben, auf: zwar wollen auch hier viele Leute ihr Geld verdienen und sprechen uns an, respektieren aber im Allgemeinen ein "nein" auf Anhieb (Ausnahmen gibt es natürlich immer), Auskunft und Hilfe bekommt man normalerweise auch ohne dass ein Trinkgeld erwartet wird. Wir wollen aber nicht verschweigen, dass ausländische Touristen, vor allem in Tanzania, von allerhöchster Stelle ausgenommen werden. Die Eintritte für die Nationalparks und auch Preise für einige andere Dinge wie die Fähre nach Zanzibar sind für Nicht-Ostafrikaner um ein Vielfaches höher, teilweise bis zum zehnfachen (Kilimanjaro: 120 US$ pro Tag), zudem darf man in Tanzania quasi keinen Park ohne Guide betreten... Diese Preise wurden außerdem in den letzten Jahren massiv angehoben und es steht zu befürchten, dass sie noch höher werden. Wir haben mehr als einmal gehört: "ihr kommt doch bestimmt in den nächsten Jahren/nächstes Jahr wieder!" Dass Tanzania für uns ein sehr teures Urlaubsland ist, ist vielen, wenn auch sicher nicht allen, offensichtlich schwer verständlich. Einer unserer Guides hat uns einmal gefragt, wie viel in Deutschland ein Kilogramm Rindfleisch kostet. Bei der Antwort ist ihm der Mund offen geblieben.

Insgesamt haben uns sowohl Kenia als auch Tanzania sehr gut gefallen und wir haben uns wohlgefühlt. Es war fast etwas schade, dass wir uns für Kenia nur eine Woche Zeit genommen haben, da uns Land und Leute äußerst positiv überrascht haben und wir am Ende gerne länger geblieben wären. Wir haben den festen Vorsatz, hier noch einmal herzukommen.

In der Gegend rund um den Kilimanjaro ist natürlich das Meiste auf Touristen und den Berg bzw. auch Safari ausgerichtet. Das fällt aber tatsächlich weniger auf, als man befürchten könnte.

Etwas anders ist es auf Zanzibar, wo die Preise für Übernachtungen und Essen sehr viel höher sind als auf de Festland. Die Strände und die Tauchspots sind die Reise aber in jedem Fall wert.

Mittwoch, 28. August 2013

Zanzibar and it's History - Spices and Slaves

Bar ul-zandsch, arabisch für "Küste des schwarzen Mannes". Vermutlich leitet sich der Name Zanzibar hiervon ab, erste arabische Handelsniederlassungen gab es schon im 8. Jahrhundert an der heutigen tansanischen Küste. Das heutige Zanzibar-Archipel umfasst primär die Inseln Unguja und Pemba mit ihren Nebeninseln. Erstere ist die Insel, die umgangssprachlich gemeint ist, wenn von Zanzibar die Rede ist, hier liegt auch die Hauptstadt Zanzibar Town.

Der Handel, auch mit Ländern wie Indien, führte in den folgenden Jahrhunderten zu großem Reichtum. Nachdem die Portugiesen das Archipel im 16. Jahrhundert in Besitz nahmen, begann eine Geschichte von unterschiedlichen Besatzern. Im 17. bis 19. Jahrhundert stand das Archipel unter der Herrschaft des Sultans von Oman, 1840 wurde gar der omanische Sultanshof nach Zanzibar verlegt. Zeitweise erstreckte sich das Herrschaftsgebiet des Sultanats bis an die Westgrenze des heutigen Tanzania. Zu Ende des 19. Jahrhunderts, als Europäer das Gebiet unter sich aufteilten, gelangte das Archipel bis zu seiner Unabhängigkeit 1963 unter britische Verwaltung. Nach nur einem Monat als konstitutionelle Monarchie wurde Zanzibar nach einem blutigen Staatssreich zur Volksrepublik und schloss sich ein weiteres Jahr später mit der Volksrepublik Tanganjika zum heutigen Tanzania zusammen. Die unterschiedlichen Einflüssen prägen heute auch das Bild von Stone Town, der Altstadt von Zanzibar Town. Neben Gebäuden im arabischen Baustil und neueren afrikanischen Häusern findet man auch alte Gebäude im Kolonialstil. Viele der Häuser werden geschmückt von traditionellen geschnitzten Türen.

Donnerstag, 22. August 2013

20 000 mm unter dem Meer

3, 2, 1, go.... platsch! Wir sammeln uns kurz neben dem Boot bevor unser Divemaster das Zeichen zum Abtauchen gibt. Langsam schweben wir in eine komplett andere Welt.

Nach insgesamt etwa drei Wochen Bergsteigen und Trekken sind wir in Nungwi, im Norden von Zanzibar, angekommen um uns die dortige Unterwasserwelt anzuschauen. An insgesamt drei Tagen fahren wir mit einem kleinen Boot an verschiedene Tauchspots und unternehmen dort jeweils zwei Tauchgänge. Es ist ein unglaubliches Erlebnis und nach der Ausbildung in den kalten Seen Bayerns ein echtes Vergnügen. Ich komme mit dem Tarieren immer besser zurecht und genieße es wie in einem Raumschiff knapp über den Korallen zu schweben. V.a. mit einer leichten Strömung kann man super an den Konturen entlangtauchen und bekommt ununterbrochen neue Anblicke serviert. Ein irrer Spass.

Die verschiedenen Spots unterscheiden sich doch recht deutlich voneinander und so sehen wir eine abwechslungsreiche Unterwasserflora und -fauna. Ich bin von den vielen leuchtenden Farben der Fische und Pflanzen richtiggehend beeindruckt und bedauere jedes Auftauchen und freue mich beim Zurückfahren schon auf den nächsten Tag.

Es war ein tolles Erlebnis und auch eine super Betreuung vom Divine Diving Team!

 

Sonntag, 18. August 2013

Safari!

"Do you want to see the Rhino?", fragt unser Fahrer und schon prescht er los. Nashörner sind eher seltene Sichtungen im Ngorongoro Krater und die heutige Sichtung wird gleich per Handy an andere Fahrer weitergegeben, so erreicht sie dann auch uns. Wenige Minuten später drängen ich gut und gerne 20 Geländewagen mit Touristen, die aus den offenen Dächern herausschauen und mit Ferngläsern und Teleobjektiven auf das Nashorn zielen. Das steht rund 500m weit weg auf seiner Wiese und zeigt sich reichlich unbeeindruckt. Den großen Elefantenbullen wenige Meter entfernt auf der anderen Seite der Straße dagegen bemerken nur Wenige.

Die Gegend um den Ngorongoro Krater gilt als die Wiege der Menschheit, und noch heute wirkt es, als ob man von der modernen Welt innerhalb weniger Minuten einfach in eine urzeitliche Welt eintaucht. Die Dichte an Wildtieren ist hoch und neben den "Big 5" (Löwen, Leoparden, Nashörner, Giraffen, Elefanten) lassen sich in der savannenartigen Landschaft und den lichten Wäldern auch viele weitere Tiere wie Gnus, Büffel, Zebras, Springböcke und unzählige Vögel, Strauß und Pfau mit eingeschlossen, beobachten.

Im Lake Manyara Nationalpark dagegen: Dichte Wälder und die flachen Uferzonen des großen Salzsees, in denen wir zwar nicht so viele Großtiere sehen können, dafür unglaublich viele farbenfrohe Vögel und immerhin 3 unterschiedliche Affenarten.

 

"Do you want to see the Rhino", our driver asks und just seconds later, we're on our way. Rhinos are rarely seen in the Ngorongoro Crater and today's sight is told to the other drivers by mobile phone, this way we know about it as well. Some minutes later, around 20 4WD-vehicles with tourist popping out of the open roofs, tightly packed, assemble on the road. The rhino, around 500m away on the grass seems not to be to much impressed of tenths of Zoom-Lenses and binoculars pointing at it. At the same time, just few people realize the huge male elephant, which stands just few meters away on the opposite side of the street.

The region around the Ngorongoro Crater is meant to be the birthplace of humanity and even today it looks as if you are plunging from a modern world into a primeval world within minutes. The density of wild animals is pretty high in the savanna-like landscape and the open forests. Aside of the "Big 5" (lion, leopard, rhino, giraffe, elephant) one can watch several other big animals such as zebras, gnus, impalas, and buffalo and a lot of birds, ostrich and peacock included.

On the other hand lake Manyara: dense forests and the shallow shore zone of the huge salt lake. Here we saw much less big animals but instead a lot of colorful birds and at least 3 different species of monkeys.

 

Alles Liebe und best wishes

Sybille und Michael und das Schaf

 

Freitag, 9. August 2013

The Rooftop of Africa - Kilimanjaro

Schritt für Schritt geht es nach oben. Es ist steil und immer wieder halten wir an, um tief Luft zu holen. Wir befinden uns am letzten Aufstieg zu Gipfel, besser gesagt zum Uhuru Peak, der höchsten Erhebung am Vulkan Kibo, dem höchsten Berg im Kilimanjaro-Massiv. Wenige Minuten später ist es geschafft und wir können nun behaupten, den höchsten Punkt Afrikas erreicht zu haben, und zwar genau so, wie wir es uns vorgestellt haben. Zwei Kriterien hatten wir uns für diese Tour gesetzt.

Erstens: Aus eigener Kraft auf den Berg kommen. Das heißt, keine Träger als Hilfe, sondern alle Ausrüstung und Essen selbst tragen. Die beiden Guides (Simon und Richard), die uns begleiten sind uns vom Nationalpark vorgeschrieben. Kokulo, der Träger, hilft den beiden Guides und trägt die Privattoilette, die wir mitbringen müssen um im Cratercamp übernachten zu dürfen, auch wenn diese im Endeffekt keiner verwendet.

Zweitens: Den Gipfel von West nach Ost überschreiten und dabei über den Great West Breach, die anspruchsvollste nicht-technische Route aufzusteigen.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Etappenbeschreibung Mt. Kenya Summit Circuit

Eine komplette Etappenbeschreibung von der Trekkingtour am Mt. Kenya ist jetzt unter "Reiseinfos Afrika" online.

GPS Daten und Karte folgen.

 

At "Reiseinfos Afrika" you will now find a full description of the sections of the Mt. Kenya trekking tour (in german). GPS Data and map will follow.


Viele Grüße

Sybille

Die Mt. Kenia Umrundung.

Wir sind angekommen. Nach einer etwas chaotischen Weiterreise hat es uns zum Ausgangspunkt unserer nächsten Trekkingtour verschlagen: Nanyuki in Kenia.

Dank eines sehr hilfsbereiten und unkomplizierten Guide bekommen wir nicht nur die Fahrt zum Nationalpark Gate schnell organisiert sondern auch noch viele nützliche Tipps mit auf den Weg.

Schon auf den ersten Metern nach dem Sirimon Gate wird uns klar, dass sich diese Tour komplett vom Toubkal Circuit unterscheiden wird. Die Landschaft ist sehr grün und wir durchwandern innerhalb kürzester Zeit alle Vegetationszonen. Vom Regenwald über Steppenlandschaften bis ins vergletscherte Hochgebirge. Statt der ganztägigen Sonne prasseln uns fast jeden Nachmittag Regentropfen auf den Kopf. Unser Weg führt uns vom Sirimon Gate im Nordwesten des Mt. Kenia über die Old Moses Hut zum Shiptons Camp an der Nordseite des

Gipfelmassivs. Von dort umrunden wir die Gipfel auf dem Summit Circuit wobei wir eine Nacht auf etwa 4800m auf der Austrian Hut verbringen. Früh am vierten Tag erklimmen wir den Point Lenana mit unserem gesamten Gepäck und überschreiten den Gipfel um wieder zum Shiptons Camp abzusteigen und die gleiche Route zum Gate zurückzulaufen. Der Point Lenana ist mit 4985m der dritthöchste Gipfel im Mt. Kenia Massiv und der höchste, welcher ohne Kletterausrüstung zu erreichen ist. Die anderen Gipfel vielleicht nächstes Mal...:-)

Auf unserer Tour begegnen uns immer wieder sehr nette und interessante Bergsteiger. Ein älterer Engländer ist mit Kletterausrüstung auf dem Weg zur Batian Nordwand. Am nächsten Tag hören wir auch immer wieder Seilkommandos aus der Wand. Auf unserem Rückweg begegnen uns zwei junge Israelis die schon seit sechs bis acht Monaten durch Afrika tingeln. Wir tauschen Routeninformation gegen Tauchtipps auf Zanzibar. Unserem letzten Abend verbringend wir mit Beat aus der Schweiz. Er hat insgesamt sechs Jahre auf dem Rad verbracht und radelt im Rahmen seiner aktuellen Tour schon seit zehn Monaten durch Afrika (http://www.betzgi.ch). Aber nicht nur unter den Touristen treffen wir auf freundliche Menschen, auch viele Einheimische sprechen uns an. Sie fragen nach dem Woher und Wohin und ob wir eigentlich Spaß an den schweren Rucksäcken hätten. Einer lacht nur, als er erfährt, dass wir Deutsche sind und meint, damit sei alles klar.

 

We have arrived. After a somehow chaotic onward flight we are now in Nanyuki in Kenya, the starting point of our next trekking tour.

Thanks to Joseph, a nice and very helpful local guide, we’re having the transportation to the national park gate easily organized and he has plenty of useful tips for us.

After few meters following the Sirimon gate, we are absolutely sure, why this tour will be so completely different from the last one on morocco. The landscape is very green and within these days, we experience every zone of vegetation, from rain forest to savannah, rocks and glaciers in the high mountains. Instead of extremely hot and dry weather, it’s a humid clime here and as it seems to be an exceptional rainy season (normally it’s the dry season), there is rain almost every afternoon.

Our trek starts at Sirimon gate as mentioned, follows all the way up to Shiptons camp beyond the north face of Mt. Kenya's top and counterclockwise around all the summits to Austrian hut (~4800m) where we spent the night. From there, we climbed Point Lenana (4985m) to see the sunrise from the summit, descended to Shiptons Camp again and went back the same way to Sirimon Gate. Point Lenana is the third highest peak of the Mt. Kenya mountain and the only one accessible without climbing gear and knowledge. Maybe next time, one of the other ones... :-)

While trekking, we met a lot of nice and interesting people. One of them is an Englishman on his way to Batian North Face, with his climbing gear in his backpack. The next day we hear their climbing commandos from the wall. On our way back, we met two young Israeli guys, traveling through Africa since six and eight months. We exchanged route information and diving tips. And the last day of the trip, we spent with Beat from Switzerland. He was doing bike trips with an overall length of more than six years and along with his current trip, he biked through Africa for ten months now. (http://www.betzgi.ch) Of course also among the locals we met extremely nice and interesting people. We were chatting with some of the guides, many asked where we came from, which route we are hiking/climbing and one even asked, if we like to carry these heavy backpacks. He asked, where we were from and when we answered "Germany", he just laughed at us and replayed "no more questions".

 

Alles Liebe, best wishes

Sybille, Michael und das (Höhen)Schaf