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Dienstag, 12. November 2013

The "Secret War" in Laos

Während die ganze Welt auf den Vietnamkrieg sah, spielte sich im Nachbarland Laos ein geheimer Krieg ab, verborg vor den Augen der Öffentlichkeit. Große Teile des Ho-Chi-Minh Pfades führen durch Laos, über diesen Pfad wurde unter anderem die Versorgung des Vietcong gesichert. Von einer geheimen Basis im Nordosten des Landes machten Piloten einer Söldnertruppe die Posten des Vietcong und der verbündeten Pathet Lao (kommunistische, laotische Unabhängigkeitsbewegung) aus, die im Anschluss von Thailand aus mit B-52 Bombern in Flächenbombardements geradezu eingeebnet wurden. Infolge dessen ist Laos eines der am heftigsten bombardiert Länder jemals, rund 2,5 t Bomben pro Einwohner (!) gingen auf das Land nieder. Ungeachtet der Situation der damaligen Guerillakämpfer und der vielen Menschen, die schon während der Bombardierung ums Leben kamen, sind diese Bomben noch heute eine tödliche Gefahr. Im ganzen Land liegen noch immer abertausende Blindgänger und Landmienen (UXO, unexploded ordnance). Jahr für Jahr töten und verletzen sie Menschen, Schrotthändler, die sich durch den Verkauf von Altmetall etwas hinzuverdienen möchten, Kinder, die damit spielen und nicht zuletzt auch Familien, deren Herdfeuer den Boden erwärmt und unentdeckte Sprengsätze im Boden zur Explosion bringt. Die Laoten gehen auf ihre ganz eigene Art mit den Überresten um: Aus dem Aluminium von Flugzeugtanks, Bomben und Sprengkörpern stellen sie Haushaltsgeräte, Boote, Dekoration und sogar Schmuck her.

Die Organisation COPE (Cooperative Orthotic and Prosthetic Enterprise) ist eine non-Profit Organisation, die sich auf die Rehabilitation und Prothesenversorgung von Blindhänger-Opfern und körperbehinderten Menschen in Laos spezialisiert hat. In der Hauptstadt Vientiane betreibt sie ein kleines, aber eindrucksvolles Visitor-Center. Erst hier wurde mir klar, wie viele Bomben abgeworfen wurden und wie viel Leid die Zivilbevölkerung Laos bis heute zu ertragen hat. Die Berichte und Bilder sind in ihrer Nüchternheit erschütternd. Ein Besuch dieser Ausstellung sollte zu jedem Besuch der Hauptstadt Vientiane unbedingt dazugehören.

 

Quellen:

Spiegel-Artikel: Amerikas geheimer Krieg in Laos

Wikipedia: Laos

COPE Laos

Samstag, 9. November 2013

Über die Friendship-Bridge nach Vientiane

Wegweiser zur Friendship-Bridge bei Huay Xai

Laos liegt eingebettet zwischen Myanmar im Westen, Thailand im Süden, China im Norden und Vietnam und Kambodscha im Osten und hat ungefähr die Größe Großbritanniens. Auf vielen hundert Kilometern bildet der Mekong die Grenze zwischen Thailand und dem Binnenstaat. Während des Vietnamkrieges war es Ziel des sogenannten "Secret War" und noch heute stellen abertausende UXO (unexploded Ordnances) eine tödliche Gefahr für viele Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt dar. Hierzu bald noch einen Extra-Artikel.

Am Grenzfluss Mekong verbinden heute drei große Brücken (die sogenannten "Friendship-Bridges") die beiden Länder, die wohl bekannteste ist die, die wenige Kilometer entfernt der Hauptstadt Vientiane den Fluss zwischen den Grenzorten Nong Khai und Thanaleng verbindet. Seit kurzem kann diese Brücke auch per Zug überquert werden. Es soll irgendwann Teil der Eisenbahnlinie sein, die quer durch Südostasien von Singapur bis hinein nach Südchina, nach Kunming, führen soll.

Vientiane ist zwar die Hauptstadt Laos', wirkt aber mehr wir eine etwas verschlafene Kleinstadt. Hohe Gebäude fehlen fast vollständig, das Stadtbild wird geprägt von einer Mischung aus laotischem Baustil und französischen Einflüssen aus der Zeit, als Laos französisches Protektorat war. Daran erinnern heute auch eine laotische Version des Triumphbogens (Patou Xai) und unzählige Lokale und Strassenstände, die französische Küche servieren und Crêpes an der Straße braten. Außerdem schmücken unzählige kleinere und größere buddhistische Tempel die Stadt, einer der ältesten ist Wat Si Saket im Herzen der Stadt.

Verlässt man die Stadt findet man innerhalb kürzester Zeit eine Mischung aus Reisfeldern, Ackerflächen und teilweise komplett unberührter Natur. Niedrige Karstgebirge prägen die Landschaft und kleinere Flüsse bilden in Kaskaden herabfallende Wasserfälle die zum Baden einladen. Inzwischen hat man den Wert dieser Natur und der dort lebenden Tiere erkannt und legt Wert auf die Entwicklung eines nachhaltigen Ökotourismus.